Prana

Prana – was versteht man darunter eigentlich?

Wer schon mal Yoga gemacht hat, dem wird „Prana“ vermutlich ein Begriff sein. Denn genau dort spielt der Ausdruck eine große Rolle. Doch woher genau stammt das Wort Prana? Was hat es zu bedeuten?

 

Prana oder Sanskrit: ein Wort aus dem Hinduismus

Prana, dieser Begriff ist nicht nur beim Yoga gebräuchlich, sondern auch beim Hinduismus. Es bedeutet, genau wie auch Sanskrit, so viel wie Lebensenergie, Lebenskraft oder Lebensatem. Vergleichbar ist das mit dem im alten China gebräuchlichen „Qi“. 
Bereits in den philosophischen Schriften des Hinduismus, genannt Upanishaden, wird der Begriff Prana verwendet. Man vertritt hier die Ansicht, dass man beim Menschen generell zwischen sichtbaren und unsichtbaren Körper-Bestandteilen unterscheiden kann. Zu den sichtbaren Bestandteilen zählen z.B. Haut, Haare, Fleisch, Knochen und Knochenmark. Darüber hinaus wohnen einem Körper aber auch noch unsichtbare Bestandteile inne, nämlich das Denken, das Reden und der Atem, auch Prana genannt. 

 

Prana statt Nahrung – Lichtnahrung

Auch in esoterischen Kreisen wird der Begriff Prana verwendet. Man versteht darunter eine so genannte feinstoffliche Lichtnahrung. Hierbei geht man davon aus, dass der Mensch keinerlei feste Nahrung zu sich nehmen muss, sondern sich ausschließlich von Licht ernähren kann. Die Australierin Ellen Greve ist eine bedeutende Vertreterin dieser These. Allerdings ist Lichtnahrung verständlicherweise nicht ungefährlich, es kam dabei nämlich immer wieder zu Todesfällen durch Verhungern. 

 

Prana in der ayurvedischen Lehre

In der ayurvedischen Lehre hat Prana ebenfalls eine Bedeutung. Viele ayurvedischen Behandlungen sind nämlich darauf ausgerichtet, das Prana eines Menschen zu verstärken. 

 

Prana und Yoga: der Zusammenhang

Wie bereits oben erwähnt, ist Prana vor allem im Yoga ein wichtiger und umgänglicher Begriff. Speziell im Hatha Yoga ist Prana ein Schlüssebegriff. Man geht davon aus, dass Prana und Geist eines Menschen aufs Engste miteinander in Verbindung stehen. Im Hatha Yoga wird nicht nur eine Kontrolle, sondern auch eine Transformation des Prana angestrebt. Durch entsprechende Übungen, Meditation und Konzentration werden Änderungen auf der Prana-Ebene erreicht. 
Durch Hatha Yoga Techniken nehmen wir außerdem Einfluss auf das Energiegeschehen unseres Prana, wobei sich zugleich auch unser Denken und Fühlen verändert. Ziel dabei ist eine Erweiterung des menschlichen Bewusstseins auf allen Ebenen. Die Beziehung zwischen unserer Energie und unserem Denken soll dabei in Einklang gebracht werden. 
Natürlich ist Prana ein eher abstrakter Begriff und kann nicht realistisch erklärt oder begriffen werden. Prana ist also eher ein Zustand oder ein Gefühl, welches uns Menschen im Idealfall positiv beeinflusst. 

 


Lichtnahrung – wie soll das funktionieren?

Sich nur von Licht zu ernähren, scheint eine doch eher gewagte Vorstellung. Ob dies funktionieren kann, daran scheiden sich tatsächlich die Geister. Schließlich haben wir von Klein an gelernt, dass der Mensch Nahrung braucht, um am Leben zu bleiben. Dennoch gibt es Anhänger dieser Art des Fastens, genannt Breatharianismus, die fest von den Vorteilen überzeugt sind. 

 

Vorteile des Lichtfastens – gibt es überhaupt welche?

Wenn man den Anhängern der Lichtnahrung Glauben schenken darf, dann ja. Zum einen wäre da natürlich die Kostenersparnis – wer nichts isst, spart Geld. Hand in Hand damit einher geht die Zeitersparnis: kein Essen mehr zubereiten zu müssen, klingt in gewisser Weise ja durchaus verlockend, wenn man bedenkt, wie viel Zeit man täglich in der Kühe steht. Zudem soll es für den Körper wichtig sein, ihn mit ausreichend Licht zu versorgen. Daher ja auch der Name Lichtnahrung. 
Weiterhin soll es der Gesundheit Vorteile bringen, da bei Lichtnahrung garantiert keine schädlichen oder ungesunden Stoffe mehr aufgenommen werden. Zudem verhält sich, wer sich von Lichtnahrung ernährt, definitiv umweltfreundlich und schont die Ressourcen. 
Nur: ist es so einfach? Sicher nicht. 
Denn das Fehlen einerseits von schädlichen Stoffen bedeutet aber andererseits auch, dass wir unserem Körper beim Lichtfasten die für ihn so wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Nährstoffe vorenthalten. Können diese so einfach durch Sonnenlicht ersetzt werden? Schwer vorstellbar. 

 

Nahrung aus Licht - wie soll das funktionieren?


Wie der Name schon sagt, ernähren sich Menschen, die Lichtfasten tatsächlich nur von Sonnenlicht. Der Fastende soll dabei täglich eine Stunde lang mit offenen Augen in Richtung Sonne schauen, um ausreichend Energie aus der Sonne zu beziehen. Seriöse Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass eine Ernährung mittels Licht schlichtweg nicht möglich ist. 

 

Überleben ohne Nahrung – wie lange?

Grundsätzlich kann ein Erwachsener eine Zeitspanne von 21 Tagen ohne feste Nahrung gut überleben, wenn er währenddessen dafür sorgt, genug Obst- oder Gemüsesäfte zu sich zu nehmen. Experten sind der Meinung, dass man bei einer ausreichenden Zufuhr von Wasser nach ca. 50-80 Tagen verstirbt. Dies deckt sich auch mit Erfahrungen, die man mit Hungerstreikenden machen konnte. Wird allerdings die Zufuhr von Trinkwasser ebenfalls untersagt, kann der Mensch dies maximal 10 Tage lang überleben. 

 

Lichtfasten - ist Flüssigkeit erlaubt?

Das kommt darauf an. Denn auch beim Lichtfasten gibt es, was die Durchführung anbetrifft, unterschiedliche Auffassungen und Ansätze. Während die einen Empfehlungen davon ausgehen, die ersten Tage sowohl auf Nahrung als auch auf das Trinken zu verzichten, ist bei anderen das tägliche Trinken von Wasser erlaubt. 

 

Lichtfasten – Fazit

Auch wenn es Menschen gibt, die behaupten, seit Jahren nichts mehr gegessen zu haben – in den allermeisten, wenn nicht gar in allen Fällen dürfte dies schlichtweg Lug und Trug sein.
Schlimmer noch: mittlerweile sind zahlreiche Todesfälle bekannt geworden von Menschen, die sich dabei regelrecht zu Tode gehungert haben. 
Leben nur vom Licht – selbst wenn dies möglich sein sollte – wer würde dies wirklich wollen? Essen ist schließlich etwas durchaus Positives. Es schmeckt, es macht Spaß, es verbindet die Menschen, weil es auch gesellschaftlich einen gewissen Stellenwert hat. 
Fasten auf die „normale“ und „gesunde“ Weise ist sicherlich immer zu empfehlen. Lichtfasten hingegen kann laut derzeitiger wissenschaftlicher Ansicht kaum gesund oder überhaupt machbar sein.