Traumfänger als schützender Glücksbringer

Über Ruheorten wie dem Bett, in Meditationsräumen oder am Rückspiegel des Autos finden sich die Traumfänger in allen Formen und Farben. Sie gelten als besondere Glücksbringer und werden gerne als schützende Talismane gewählt. Als zauberhafte und individuelle Dekoration sind die sogenannten Dreamcatcher bekannt und werden gerne als Accessoires des Bohemian-Lifestyles im Interieur verwendet. Ihren Ursprung haben die spirituellen Begleiter mit ihrer geheimnisvollen Schutzkraft jedoch in der magischen Kultur der Indianer Nordamerikas.

 

Wie sehen traditionelle Traumfänger aus?

Traumfänger sind individuell gestaltete rituelle Objekte, die aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Traditionell verwenden die Indianer Naturmaterialien, moderne Traumfänger können jedoch auch mit anderen Werkstoffen, wie Kunstperlen, gefertigt werden. Allen Traumfängern ist gemein, dass sie einen Rahmen besitzen, der beispielsweise aus Zweigen der Weide gefertigt wird, in dessen Mitte Fäden aus Sehnen, wie ein Spinnennetz, verwoben werden. An seiner Oberseite befindet sich eine Öse, um den Traumfänger über dem Schlafplatz zu positionieren. Nach unten hängen meist einige zierende Bänder, zum Beispiel aus Leder oder Darmschnur, an denen glücksbringende Accessoires, wie farbenfrohe Perlen, Engelsflügel, echte Federn oder Muscheln befestigt werden.

  1. Ring als Rahmen
  2. Netz im Ring gewoben
  3. Hinabhängende, verzierte Bänder
  4. Accessoires (gekauft oder aus der Natur)
  5. Öse zum befestigen
 

Legende vom Traumfänger: Bedeutung des Kultobjektes

Im den Überlieferungen der Indianer gilt der Kreis, der ein Basiselement des Traumfängers ist, als Sinnbild des Lebenskreislaufes. Auch in anderen spirituellen Anschauungen gilt der Kreis als ein besonderes Zeichen, der ohne Anfang und ohne Ende die Unendlichkeit repräsentiert. Zudem ist er ein Sinnbild der Familie, der Einheit und der Zugehörigkeit, die umschließt und stärkt. Der Kreis zeigt auch den Kreislauf von Tag und Nacht, von Mond und Sonne am Firmament. Das Netz selbst gilt als besonderes Merkmal des Krafttieres Spinne, die durch das Netz negative Kräfte abfangen kann. Es zeichnet sich durch seine filigrane Erscheinung aus, die doch voller Kraft das Böse abhält. Durch die hinabhängenden Fäden kann jeder Traumfänger zu einem individuellen Kultobjekt werden, denn hier lassen sich verschiedene Accessoires befestigen, die eine besondere Bedeutung für den Besitzer des Traumfängers haben. Vielleicht wurden sie selbst in der Natur gefunden und schenken neben ihrer Kraft auch wundervolle Erinnerungen an einen schönen Tag im Wald oder am Meer.

  • Lebenskreislauf
  • Unendlichkeit
  • Familie
  • Einheit
  • Zugehörigkeit
 

Symbolkraft: Perlen und echte Federn

Die traditionellen Traumfänger werden durch echte Federn ergänzt. Die Kraft, die dem jeweiligen Vogel zugeschrieben wurde, soll sich auf diese Weise auf den Schlafenden übertragen. Eulen stehen beispielsweise für die Weisheit, während Greifvögel Mut und Stärke symbolisieren. Des Weiteren gilt die Feder als Repräsentant für das lebenswichtige Element Luft und soll über ihre weichen Schwingen die positiven Träume zum Schlafenden leiten. Die Perlen im Netz der Traumfänger symbolisieren die wachsame, schützende Spinne. Perlen an den herabhängenden Schnüren hingegen, stehen für die guten Träume und Energien, die gefangen wurden.

 

3 Aufgaben: Wirkung spiritueller Traumfänger

Die indianischen Legenden der Anishinabe besagen, dass Traumfänger den Schlaf ruhiger und harmonischer gestalten. In ihrem gewebten Netz sollen die negativen Gedanken, belastende Sorgen und Alpträume gefangen werden und durch die Sonne des anbrechenden Morgens wie der Tau in einem Spinnennetz aufgelöst werden. Die positiven und schützenden Energien, wohlige Träume und inspirierende Ideen der Nacht hingegen sollen dem Volksglauben zufolge durch die hinabhängenden Fäden zum Träumenden geleitet werden.

  1. Für ruhigen Schlaf
  2. Gegen negative Gedanken und Träume
  3. Für schützende Energien, stärkende Träume und Inspiration
 

Traumfänger als besonderes Geschenk für Kinder

In den Erzählungen der Indianer soll es die Spinnenfrau Asibikaashi gegeben haben, die von Beginn an über alle Menschen und besonders die Kinder gewacht haben soll. Als die Indianer sich in mehrere Stämme aufteilten, die immer weiter in verschiedene Richtungen zogen, konnte die Spinnenfrau über die Entfernung nicht mehr über alle ihr schützendes Netz spannen. Der Sage nach entschied sie deswegen, die Mütter zu lehren, Traumfänger mit magischen Netzen zu weben, um die Kleinsten vor nächtlichen Ängsten und Albträumen zu schützen. So wurde der Traumfänger zu einem traditionellen Schutzgeschenk der Mütter an ihre Kinder. Die Naturmaterialien, aus denen die traditionellen Traumfänger gefertigt wurden, vergehen im Laufe der Zeit und sind eine Erinnerung an das Vorüberziehen der Kindheit und der Jugend.

  • Spinnenfrau schützt alle Menschen
  • Mütter weben für ihre Kinder
  • Magische Schutznetze
  • Erinnerung an die Vergänglichkeit
 

DIY-Anleitung: Traumfänger basteln fürs Kinderzimmer

Kinder, die schlecht schlafen oder immer wieder von nächtlichen Ängsten geplagt werden, können durch einen selbstgebastelten Traumfänger einen schützenden und tröstenden Begleiter in der Nacht finden. Individuelle Traumfänger, die für einen ruhigen Schlaf und gegen böse Träume wirken sollen, können ganz einfach selbst gebastelt werden. Gemeinsam mit den Kindern können mit diesem außergewöhnlichen DIY-Projekt persönliche Traumfänger gestaltet werden.

 

Was du für deinen Traumfänger benötigst:

Wähle gemeinsam mit deinen Bastelkindern ein Farbthema und eine Materialkombination, die euch gefällt.

  • Ring: Wähle einen fertigen Holzring ab einem Durchmesser von 15 cm, diesen kannst du in einem Bastelgeschäft kaufen.
  • Feste Schnur: Ca. vier Meter Paketschnur, Juteband oder eine andere feste, dickere Schnur eignen sich hervorragend. Du kannst dich für Naturfarben entscheiden oder bunte Fäden wählen.
  • Bastelkleber: Kleber für die Materialien, die du verwenden möchtest.
  • Erinnerung an die Vergänglichkeit
  • Dekoration: Perlen, Steine, Schmuckanhänger, echte Federn, Eicheln oder Blätter – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Du kannst entweder etwas im Bastelgeschäft kaufen, besonders wenn du beispielsweise farbige Federn wünschst, Du kannst jedoch auch nutzen, was du in deinem Garten oder bei einem Spaziergang findest.
  • Besondere Bänder aus Leder, Satin oder Stoff: Du kannst für das Umwickeln des Rahmens und die herabhängenden Accessoires des Traumfängers besondere weiche Bänder nutzen, die normale Schnur, aus der du auch das Netz webst, geht jedoch genauso gut.
  • Wollnähnadel: Eine Wollnähnadel erleichtert euch die Arbeit, ist aber nicht zwingend nötig.
  • Wasserfarben optional: Wenn du deinem Traumfänger Farbe verleihen möchtest, kannst du dies mit Wasserfarben umsetzen.
 

In 5 Schritten deinen eigenen Traumfänger basteln

Einfach und schnell lässt sich ein Traumfänger selbst gestalten. Lege dafür alle Materialien sowie eine Schere in greifbare Nähe.

  1. Ring umwickeln

    Wickel eine Schnur, entweder aus Satin, Leder, Stoff oder einfach ein Juteband, Stück für Stück eng beieinander um deinen Rahmen. Dein Ziel ist es, dass der Holzring unter der Schnur nicht mehr zu sehen ist. Klebe Anfang und Ende mit Bastelkleber fest, um das Band zusätzlich zu fixieren. Wenn du mit Juteband arbeitest, kannst du die Schnur nun mit Wasserfarben anmalen oder du lässt sie in ihrer natürlichen Farbe.

  2. Netzweben: erste Runde

    Binde deine feste Schnur um den Reifen und verknote sie. Damit sie ihre Position hält, kannst du sie mit etwas Bastelkleber am Ring befestigen. Nun kannst du deine Wollnähnadel einsetzen oder du fädelst per Hand. Deine Aufgabe ist es ca. 10 gleichmäßig große Schlaufen (je nach Größe deines Traumfängers) um den Holzring zu machen:

    • Faden über den Ring legen
    • Faden um den Ring legen
    • Zwischen Faden und Ring zurückfädeln
    • Straff ziehen
    • Nächste Schlaufe in gleichmäßiger Größe zur vorherigen
    • Hast du einmal um deinen Ring herumgewoben, verbindest du die letzte mit der ersten Schlaufe, indem du den Faden von hinten durch die erste Schlaufe ziehst direkt unter deinem Startpunkt.
  3. Netzweben bis ins Zentrum

    Im Prinzip funktioniert die zweite Runde des Netzes genauso wie die erste Runde, nur dass du den Faden nun anstatt um den Holzreifen direkt um die Mitte der Schlaufen deiner ersten Fadenrunde legst. Du endest hier genauso wie bei der ersten Runde und führst die Fädelarbeit in den nächsten Runden so weiter. Wenn du möchtest, kannst du schon Accessoires wie Perlen oder Steinchen einarbeiten, indem du sie mit auf den Faden führst und dann weiter webst.

  4. Netzzentrum

    Wenn du im Zentrum deines Netzes angekommen bist, schließt du die letzte Runde wie jede Runde durch das Verweben der letzten Schlaufe dieser Runde mit der ersten Schlaufe der letzten Runde. Schneide den Faden nun ab und mache einen Knoten, den du mit Bastelkleber fixieren kannst – du hast es geschafft!

  5. Bänder, Perlen, echte Federn und Engelsflügel

    Befestige an einer Seite deines Traumfängers mit einem schönen Band eine Öse zum Aufhängen und an der gegenüberliegenden Seite kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen: Hier kannst du bunte oder naturfarbene Bänder befestigen, auf die du Perlen, Federn oder andere dekorative Accessoires fädelst.

 

Wo sollte der Traumfänger hängen?

Befestige deinen individuellen Traumfänger an einem Ort, an dem du dir Ruhe und Entspannung wünschst, der von positiven Energien durchflutet werden soll und an dem du inspirierende Gedanken wünschst. Traditionell wird der Traumfänger über dem Bett befestigt, kann jedoch auch in einem Ruheraum eine wunderschöne Ergänzung sein. Traumfänger eignen sich als Geschenk für Erwachsene sowie für Kinder und können dann in kleineren Varianten als Glücksbringer am Rückspiegel des Autos befestigt werden, über einem Schreibtisch an Auszeiten erinnern oder ihren Platz in einem Meditationsbereich finden – hier sorgen sie für eine positive Atmosphäre und bieten bei Meditation und Entspannung für Augen und Geist einen beruhigenden Fokuspunkt.

  • Schlafzimmer
  • Ruheort
  • Autorückspiegel
  • Meditationsbereich
  • Büro